Random Institute is an extension of what a contemporary art institution can be, that is to say, truly unbothered by rules and bureaucracy. Ultimately, it brings together & curatorial and publishing activities.

Since March 2016, Random Institute is running the curatorial program for Despacio in San José, Costa Rica.
The best color is transparency.
The best defense is a good offense.
Untold Stories
Shown
Anytime
Anywhere

No One Belongs Here More Than You

ArchivedHappened in March 2016
Show Map Show Images
San José
9.9336674000
-84.0741834000
Despacio

It’s no secret that some moments slip away into the mental archive forever, while others vanish before we fully sense them. Random Institute presents at Despacio conceptual works spanning the past 40 years by artists who understand how to capture and create ingenious moments that inform our memories and provoke our deepest ruminations.

Sometimes it’s the small, silent moments that tell the story.

Thoughts
Information

Our most fulfilling experiences connect us with what we are really searching for. They lead us to ask, what are we seeking when visiting an exhibition?

This question has generated many answers over time and remains significant today in an ever-changing world of influences and expectations. It is also all the more relevant to Central America, a region with limited outlets for exploring art beyond national museums.

It is the visitor’s responsibility to manage his or her expectations. Interpreting art requires time for personal contemplation. Conceptual artists inspire us to pay attention to fleeting moments, and we at Random Institute feel those fleeting moments may give birth to stories, myths, and in some cases even new realities.

All of the works on display in No One Belongs Here More Than You playfully interpret moments in time. Sometimes they focus on the absence of something during a significant moment, and other times they suggest that the moment is indicative of something greater. Regardless of their differences, each artist activates the viewer’s imagination through his or her work by breathing new life into a handful of moments that will continue to inform what happens next.

Ultimately, we interpret and revisit artworks in the context of time, reminding us that great works of art are living things and exceptionally timeless.

The exhibition runs from March 3rd until April 24th 2016 at Despacio in San José, Costa Rica. (FB Event)

No You Couldn't

ArchivedHappened in October 2009
46.9476205000
7.4519182000
Milieu Artspace

Der Ausstellungstitel «No you couldn’t» wird zum Programm erklärt und die Kunstwerke stellen die Beweise dar. Die Debatte «I could do that» / «No you couldn’t» wird für einmal transparent, direkt und öffentlich gemacht.

Thoughts
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Noch bevor aber die Schwelle zum Ausstellungsraum übertreten wird, liefert ein Blick hin zum alten Berner Münster einen unerwarteten Denkanstoss: «Machs na» steht es in luftiger Höhe am nordöstlichen Pfeiler vis à vis geschrieben. Fast könnte man meinen, dass diese Inschrift (als historische Konzept-Kunst) zum Programm der Ausstellung gehört, liefert sie doch eine brauchbare, geradezu treffende Antwort auf den Satz «I could do that». Das Thema scheint in dieser Ecke von Bern Tradition zu haben. Die stolzen Worte eines Berner Steinmetz (vermutlich Erhart Küng) huldigen dem alten Sprichwort «Kunst kommt vom Können» und sollen hier vorerst einmal Anlass dazu geben, ein voreiliges «I could do that» zur Frage «Could I do that?» umzuformulieren.

Mit dem Schritt in die Galerie, machen wir einen gewaltigen Sprung in die Gegenwart der Kunstgeschichte, doch «Machs na» bleibt in Stein gemeisselt. Die Worte scheinen im Kontext zeitgenössischer Kunst sogar an Bedeutung hinzugewonnen zu haben, so dass sie heute mehr mit einschliessen als die blosse handwerkliche Fertigkeit. Die gängige Formel «Moderne Kunst = I could do that + yeah, but you didn’t» verweist auf diesen «Mehrwert» und hebt die Idee, in der zeitgenössischen Kunst gerne auch Konzept genannt, hinter dem sichtbaren Objekt als gleichberechtigt hervor. Was zeitgenössische Kunst (sei es Malerei, Zeichnung, Skulptur oder Installation) mit ausmacht, sie bisweilen gar zu dominieren scheint, ist also ein immaterieller und damit unsichtbarer Teil, der dem ersten Blick des Betrachters unweigerlich entgeht.

«Kunstwerke haben die Kraft eines Textes, sofern man sie zu lesen versteht» (Arthur C. Danto). Um zu Lesen wird vom Betrachter erwartet eine gewisse Leistung zu erbringen, sich Zeit nehmen und vor dem Werk aktiv zu sein. Anstatt sich von den leicht konsumierbaren Alltagsbildern berieseln zu lassen, soll er sich informieren, eigene Gedanken entwickeln und nicht demütig verharren und «warten bis das Kunstwerk selbst zu ihm spricht» (Arthur Schoppenhauer). Nur so kann überprüft werden, ob sich ein «I could do that» oder doch das «No you couldn’t» als haltbar erweist.

Gezeigte Werke:

Protect From All elements nr. 7
Athene Galiciadis
Öl auf Leinwand
Wie viele feinste Schichten Ölfarbe hat Athene appliziert, um eine solche Farbtiefe zu erreichen? Steht es mit ihrem Œuvre in einem grösseren thematischen Zusammenhang? Zitiert sie die Konstruktivsten, die russische Avantgarde oder ist sie nur von einem spontanen Gestus geprägt, der sich vom Bewusstsein einer künstlerischen Idee emanzipiert hat?

Lazy Bird
Guillaume Pilet
Salzteig, Pressspanholz gebeizt, Beton
Guillaume zitiert mit seiner Skulptur «Lazy Bird» den «Bird in the Space» vom rumänischen Bildhauer Constantin Brâncusi. Vereinfachung sei nicht das Ziel der Kunst, so der Bildhauer, doch ein Weg, um an das Wahre zu gelangen, welches nicht die Hülle, sondern das Verborgend darstellt. Guillaume zitiert, zeigt und würdigt eine weitere überarbeitete Wahrheit von Brâncusi mit «Lazy Bird».

Ohne Titel
Charlotte Herzig
Gouache auf Papier
Hättest du die Courage so frei und grosszügig zu malen, ohne dabei an deiner Besonnenheit zu scheitern? Welche Farben wähle ich. Doch wer Charlotte Herzigs Werk auf formale und technische Aspekte reduzieren will, wird ihrer Arbeit nicht gerecht. Der spielerische Wechsel von Gegenständlichkeit und Abstraktion erschafft eine Welt mit Raum. Du wirst immerzu verführt zu glauben, dass etwas erkennbar ist und bleibst dennoch im Ungewissen und deiner Fantasie ausgeliefert. Frage mal deinen Nächsten, er meint es besser zu wissen.

Les Ellipses / le Renard
Claudia Comte
Pyrogravur auf Holz
Die von Claudia verwendeten Gravuren erinnern in Form und Wiederholung selbst an brennendes Holz. Die Pyrogravur, zu Deutsch Brandmalerei, taucht seit mehren Jahren immer wieder in ihrem Werk auf, doch das ist nicht ihre einzige Möglichkeit Holz zu bearbeiten. Sie steht auch mit der Motorsäge im Wald und sägt an Baumstrünken rum, die sie zu Skulpturen formt, daneben malt sie hyper-realistische Acrylbilder auf Leinwände und ist mit ihrer Kamera zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, nämlich wenn der eingefrorene Fuchs sichtbar wird.

V-View
(RBTS - Rubberband tension stick)
Nino Baumgartner
Buchen- und Birkensperrholz, Gummi, Schrauben
Nino erzeugt eine Spannung, die jeden Moment in eine Unordnung zu zerbrechen droht. Die Skulptur beansprucht den Schutz der Laubenbögen der Berner Altstadt, kontrastiert diese durch Farbe, Materialität und Beschaffenheit. Die feste Umgebung besitzt eine statische Beständigkeit, welche V-View mit dem durch Platzmangel erzeugten Druck und Spannung kontrastiert und schärft so dein Blick für die Charakteristika deiner Umgebung.

Trou noir nr. 1
Sebastien Verdon
Fineliner auf Papier
Ein Schwarzes Loch verzerrt Raum und Zeit. Auch für Sebastien Verdon muss Zeit eine sekundäre Rolle gespielt haben, als er diese beispiellose und exakte Arbeit zu Papier brachte. Ähnlich dem Schwarzen Loch besitzt auch dieses Werk einen Mittelpunkt mit erhöhter Gravitation, welchem dein Blick nicht entfliehen kann. Doch du bleibst wo du bist, in der Gegenwart vor die- dem Bild, da wo du sein willst, für alles andere bist du nicht bereit den Preis zu zahlen.


Ohne Titel
Noemi Reisle
Fineliner auf Papier
Jeder einzelne Punkt ist gelebt von Noemi Reisle. Jeder Punkt ist bestimmt vom Vorangehenden und bestimmt den Folgenden. Musterhaft auf den Punkt gebracht, denkst du. Dein Blick fokussiert sich, sucht die Fehler im Muster. Dir entgeht dabei, dass es genau diese Unvollkommenheit ist, welches ein lebendiges Werk schafft, aus einer sonst eintönig grauen Fläche ohne Struktur und Charakter.

Ohne Titel
Roland Nussbaumer
Fineliner auf Papier
Jede Veränderung hat ihren Anfang. Roland Nussbaumer setzte den Ursprung in die Mitte des Werkes und beginnt eine zeichnerische Herausforderung. Durch minutiöses Kreisen schafft er eine eindrückliche Spirale, mit dem Wissen nie mehr an den Anfang zurückkehren. Ein gelebter Moment lässt sich nicht wiedererlegen, ohne dabei ein Rückschritt und die Zerstörung des Werks in Kauf zu nehmen. Die Gefahr nimmt mit dem Umfang der Spirale zu, mit einer Unachtsamkeit alles Erschaffene zu zerstören. Wie weit würdest du kreisen, bis du merkst, dass eine Spirale nie endet?

L‘enfant
Fabian Boschung
Spiegelinstallation
Jedes Kind ist in Spiegel seiner Umgebung und Zeit - zerbrechlich. Schutz bietet einzig die Gnade der Erwachsenwelt, doch nur bis der letzte Kindertraum geplatzt ist. Fabian Boschung zeigt dir die Versuchung Kind zu bleiben und einem gesellschaftlichen, wie persönlichen Anspruch gerecht zu werden. Nicht altern, heisst für ihn so lange wie möglich Fehler zu machen. Du siehst Erwachsenwerden ist keine Pflicht und aber oftmals zeitraubend. Erwachsene werden verneinen.

Fliege unter Glas
Martinka Kremeckova
ohne Text

The exhibition took place from October 16 to November 16, 2009 at the Neue Galerie in Bern, Switzerland.

Young & Stupid

ArchivedHappened in July 2008
46.9496491000
7.4407394000
Neue Galerie

The collective Doux-Jesus from Neuchâtel, Switzerland unites several forms of expression but manages nevertheless to find one entity inside the collective. Often this firework of frenzy ends in large-sized works.

Sneeringly and satirically they portrait todays fanatic society.

Thoughts
Information

Die Jugendlichen. Die Jugendlichen stellen sich in Frage. Wer bin ich? Und wer will ich sein? Man verharrt in der Selbstreflexion. Man fragt mich, ob ich einen Text vorlesen könne und ob ich anstelle der ernsthaften Belehrung für einmal einen lustigen Text schreiben werde.

Selber bin ich unsicher, ob ich überhaupt einen Text für diesen Anlass schreiben soll. Denn das Schreiben, das ist das eine. Den Text einem immer irgendwie urteilenden Publikum vorzutragen, ist etwas anderes. Wer bin ich? Und als wer will ich wahrgenommen werden? Zeige ich mein starkes oder mein schwaches ich?

Ihr alle kennt diese Fragen. Man ist nicht immer derselbe. Man kennt sich aus verschiedenen Situationen, Zeiten und Perspektiven. Sicherheit und Unsicherheit wechseln sich in hohen Takten ab. Mal ist mal ängstlich, mal traurig, mal glücklich, mal Gott, mal Teufel, mal jung, mal alt, mal hübsch, mal hässlich, mal begehrt man das Fremde, mal begehrt man das Vertraute. Als Jugendliche sind wir stets dazwischen. Wir sind nicht mehr und wir sind noch nicht. Wir wachsen und sind noch nicht entwachsen. Wir harren aus zwischen dem Dasein als unschuldigem Kind und dem Dasein als schuldigem Erwachsenen. Wann werden wir der Jugend entwachsen sein?

Die Jugendlichen. Man kennt sie als krawattierte Jungunternehmer, die mit einem grandiosen Nischenprodukt das grosse Geld verdienen. Man kennt sie als Nachwuchswissenschaftler, die mit gewagten Theorien erste Auftritte in renommierten wissenschaftlichen Journalen feiern. Man kennt sie als kahlrasierte Rechtsradikale, die mit Schlachtgesängen und Minibomben die Rütli-Feier stören. Man kennt sie als Profisportlerinnen, die von den Eltern trainiert um den Globus jetten. Man kennt sie als selbstverliebte Kunststudentinnen, die an Vernissagen alkoholisierten Smalltalk führen. Man kennt sie als erfolgreiche Models in New York und Kappstadt. Man kennt sie als kiffenden Gamer, die das Tageslicht nur aus ihren Spielen kennen. Man kennt sie als pornosüchtige Hacker, die virtuelle Polizisten auf Trab halten. Man kennt sie als bunt gekleidete Hip-Hopper, die mit Ghetto-Blastern in den Parks herumhängen. Man kennt sie als überschminkte Tussen, die zu knapp bekleidet triumphierend durch die Hauptstrassen marschieren. Man kennt sie als immer-noch-Mädchen, die am Samstagnachmittag Ponys statt Hengste reiten. Klischees. Klischees.

Die Jungendlichen, das sind die Jugendlichen, die der Beobachter sehen will. Sie sind hübsch und hässlich, dumm und schlau, rechts und links, erfolgreich oder gescheitert. Die Jugendlichen, das sind auch für uns Jugendlichen, diejenigen, die wir gerade sehen wollen. Man verkehrt in Kreisen und den Rest sieht man nicht. Im lieb gewonnen Kreis konsumiert man dieselben Drogen, lacht man über dieselben Witze, kauft man dieselben Marken, ohne dies zwingend zu wollen oder dies bewusst zu registrieren. Die von den Psychologen getauften Peer-Groups spenden Sicherheit und Orientierung. Man bildet Gruppen, die für Aussenstehende viel schneller als angenommen als Einheit erkennbar sind.

Und trotz allen Unterschieden sind wir alle gleichzeitig jung, wir Jugendlichen. Trotz allen Unterschieden gleichen wir uns, das Dazwischen verbindet. Das Erwachsensein und seine Mechanismen sind uns noch nicht aus eigener Erfahrung bekannt. Das Beobachten unserer Eltern dient uns nur bedingt als Hinweis, wie es später sein könnte. Denn selbstverständlich wollen wir es anders machen. Selbstverständlich wollen wir die Fehler unserer Eltern vermeiden. Und selbstverständlich fürchten wir uns vor den Regelmässigkeiten, die im Alter auf uns warten. Regelmässig zur Arbeit gehen. Regelmässig dieselben Menschen sehen. Regelmässig keine Drogen konsumieren. Regelmässig neben demselben Menschen erwachen. Regelmässig das Automobil in den Service bringen. Regelmässig dieselben Geburtstage feiern. Regelmässig unsere Eltern im Heim besuchen. Regelmässig mit dem Arzt den körperlichen Verfall besprechen. Regelmässig erkennen wir, dass sich auch unsere Eltern vor diesen Regelmässigkeiten gefürchtet haben und immer noch fürchten.

Heute sind wir jung. Jetzt fühlen wir uns frei und unabhängig. Jetzt fliegen wir durch den Moment. Jetzt stellt jeder Tag die Möglichkeit dar, alles anders als bisher zu machen, davon zu eilen, die Flucht zu ergreifen. Jetzt steht uns die Zukunft mit unseren Träumen und Hoffnungen offen. Jetzt müssen wir uns noch nicht entscheiden. Jetzt noch nicht. Jetzt bleibt noch etwas Zeit übrig, um das Kind zu spielen und Dummheiten zu begehen. Leo übersetzt stupid als albern, blöd, deppert und dumm. Und wenn ich an meine Dummheiten zurückdenke, dann fällt mir ein, wie ein bekiffter Automobilist eine Treppe mit einer Strasse verwechselt hat. Dann fällt mir ein, wie ich in die Ecke einer Tanzfläche gekotzt habe. Dann fällt mir ein, wie ich im falschen Haus meine Wohnung gesucht habe. Dann fällt mir ein, wie ich in den Ferien in Mitten meiner Freunde täglich ohne Grund weinen musste. Dann fallen mir andere Dinge ein, die für ein Publikum noch weniger geeignet sind. Andere waren bestimmt anders und öfters stupid als ich. Ich war ein braver Junge. Aber wiederum liegt es im Auge des Betrachters, Dummheiten als Dummheiten zu bezeichnen.

Erwachsen werden, das heisst die Regeln der Gesellschaft nicht nur kennenzulernen, sondern sich immer mehr dem Zwang ausgesetzt sehen, diese Regeln zu internalisieren und das eigene Verhalten diesen Regeln zu unterwerfen. Wir Jugendlichen leben noch nicht immer nach diesen Normen. Im Gegenteil die Jugend fordert uns aus mit den Grenzen der Gesellschaft, mit den Grenzen unserer ganz eigenen und intimen Person zu experimentieren. Sie verlangt, dass wir sie überschreiten, um die Normen oder zumindest unser eigenes Wesen besser kennenzulernen. Glücklicherweise sind die Grenzen bei jedem Menschen anders gezogen. A sucht die Grenzen im übermässigen Alkoholkonsum und findet es erbärmlich wenn Tränen aus seinen Augen tropfen, während er sich über die Toilettenschüssel beugt. B sucht die Grenzen im Abfahren der Autobahn mit 200 KMH und empfindet den einmaligen Auftritt vor dem Richter als milde Strafe. C kotzt das Essen aus dem Leib und findet erst in der Psychotherapie wieder zum Alltag zurück. D schläft jedes Wochenende mit einem anderen Mann bei und zieht am Ende des Marathons doch die Frauen den Männern vor.

Die Gesellschaft erlaubt es den jungen Menschen Fehler zu machen. Alle Erwachsenen haben diese Zeit der Jugend durchlebt. Sie wissen, dass das Jugendalter ein Zwischenstadium ist. Vor allem aber ist es der Jugendliche selbst, der sich seine Fehler noch eingestehen darf. Es weiss um die Vorläufigkeit seines Daseins. Er lebt im Prozessmodus. Seine Jugend zu leben, heisst Fehler machen zu dürfen, heisst Fehler machen zu müssen, heisst Fehler machen zu wollen. Nur so kommen wir der Antwort auf die Frage auf die Spur, wer wir eigentlich sind. Die Konfrontation mit diesen Grenzen ist nicht nur erfreulich. Man erkennt seine Limitiertheit. Man entdeckt schwarze Löcher in seinem Innern, die Traurigkeit sammeln und Kraft rauben. Man erkennt, dass man anders als die anderen ist. Man erkennt, dass man verdammt gleich ist wie alle anderen, obwohl man doch so gerne etwas ganz Individuelles und Innovatives wäre. Und stets steht uns allen der Weg offen, die Erkundung der eigenen Grenzen, die Begegnung mit dem Unangenehmen und teilweise Unbewussten zu verdrängen.

Wir wissen, dass das Erwachsenenalter den Unsicherheiten der Zwischenphase Jugend ein Ende setzen wird. Das Leben nimmt seinen Lauf. Still und heimlich freuen wir uns auf diese Zeit, in der wir uns nicht mehr lustig trinken müssen, in der wir eine Feier sausen lassen können, in der wir die Gelegenheit erhalten, die Fehler unserer Eltern zu wiederholen. Die Zeit des Erwachsenseins wird Ruhe, Erholung und Sicherheit stiften. Es wird eine Zeit kommen, in der die Auseinandersetzung mit der Frage, wer wir einmal sein wollen, ein Ende gefunden hat. Das Ende wird eintreten, weil wir geworden sind, wer wir geworden sind. Gut möglich, dass wir dann wie Göle jaulen werden, dass wir noch viel blöder getan hätten, wenn wir gewusst hätten, wie es sich anfühlt erwachsen zu sein. Gut möglich, dass wir zufrieden zurückblicken auf diese Zeit, in der noch alles möglich war und doch nur ausgewähltes möglich wurde. Gut möglich, dass wir glücklich sind, nicht mehr in diesem Zustand des dazwischen ausharren zu müssen.

Gut möglich, dass wir auch als Alte jung sein werden. Wir beobachten wie heute niemand mehr erwachsen werden will. Wir sehen die Alten, wie sie unsere Kleider tragen. Wir entdecken die Alten, wie sie unsere Musik hören. Wir treffen die Alten, wenn sie unsere Lokale bevölkern. Wir sehen die Alten nur nicht altern. Nicht altern zu wollen, heisst so lange wie möglich die Fehler machen zu dürfen, die wir jetzt als Jugendliche machen dürfen. Nicht altern zu wollen, heisst nicht darauf zu verzichten, alles einmal ausprobiert zu haben. Nicht altern zu wollen, heisst Angst davor zu haben, einmal geworden zu sein, wie man geworden ist. Young and Stupid. Stupid & Young. Wer als Jugendlicher niemals stupid ist, kann nicht erwachsen werden. Er wird niemals wissen, wer er wirklich ist oder zumindest sein könnte. Wer immer etwas stupid bleibt, wird sich bis ins hohe Alter als Jugendlicher fühlen. Er wird sich immer die Freiheiten nehmen, seinen Lüsten nachzugehen. Sich jung zu fühlen, heisst nichts anderes als das zu tun, worauf man Lust hat, ohne die Angst vor den Konsequenzen des eigenen Handelns als unüberwindbares Hindernis wahrzunehmen.

Thoughts by Joël Luc Cachelin

The exhibition took place from July 5 to August 5, 2008 at the Neue Galerie in Bern, Switzerland.

MEDIA COVERAGE
Faces, Inside Mag, Kulturagenda, Bewegungsmelder, Kunstbulletin, Bund, Berner Zeitung, Kinki Magazin, Piball, Monopol, Solothurner Zeitung, Ron Orp‘s Mail
Sandino ScheideggerJohanna SchaibleBookRamon StrickerJean-Dominique NgankamHoiko SchutterVinzenz MeynerRenaud LodaSebastien VerdonMarion QuartierLaurentino RodriguezNicola RuffoSimone HuserCarlos GonzalezAndreas WagnerSascha LinglingMonika StalderAnnika EbneterHans WirzChristian MesenhollLukas ErardRenato AebiLilian KlosePhillipp SiegenthalerChristophe KuenzlerMarcel MeuryEmanuel SenAnna ErnstJrene RolliRomano StrebelBarbara StreuliStephan AebischerToby MatthiesenAnna RhynEli RhynLorenz HuserMagdalena OberliMichael BaeriswylSimon GrossenbacherJulia WeissDiana Abi KhalilMarco StrickerArnim MahlkeFabian NiklausLuca MüllerResearchLindsey CashMarlen HaushoferMarcel BroodthaersMartha NussbaumMalcolm McLowryMartin SuterMcElweeMichael MooreN.R.KleinfieldNiels van MaanenNietzschePaul D. MillerPaul ÉluardPaul McCarthyPeter MountfordPlatoPopeProustR. P. 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